Langzeitarchivierung: Welches Speichermedium ist das richtige?

Welches Speichermedium eignet sich am besten für die Langzeitarchivierung? In diesem Artikel vergleichen wir die verschiedenen Medien und erklären jeweils die Vor- und Nachteile.

Langzeitarchivierung: Welches Speichermedium ist das richtige?

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Daten über viele Jahre hinweg aufzubewahren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Kosten, Sicherheit, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit.

Die zentrale Frage lautet daher:
Welche Speichertechnologie eignet sich für die langfristige Archivierung wirklich?

In diesem Artikel vergleichen wir die wichtigsten Optionen und zeigen, wann welche Lösung sinnvoll ist.

NAS vs. Public Cloud: Die zentralen Unterschiede

Zu den wichtigsten Speicherlösungen für die Archivierung gehören heute:

NAS (Network Attached Storage)

Public Cloud Storage

Während NAS-Systeme im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, stellt die Public Cloud Speicher flexibel über das Internet bereit.

Für die Bewertung sind vor allem vier Kriterien entscheidend:

Wartung

Skalierbarkeit

Sicherheit

Kosten

Wartung: Eigenverantwortung vs. Komfort

NAS (On-Premises Archivierung)

Beim Betrieb eines NAS-Systems im eigenen Rechenzentrum liegt die Verantwortung vollständig im Unternehmen.

Dazu gehören insbesondere:

Der große Vorteil dieser Lösung liegt in der vollständigen Kontrolle über die eigenen Daten. Gleichzeitig geht dies jedoch mit einem hohen internen Aufwand einher. Dieser lässt sich durch den Einsatz von Managed Services reduzieren, ohne die Datenhoheit aufzugeben.

Public Cloud

Im Vergleich dazu bietet Public Cloud Storage eine deutlich einfachere Bereitstellung.

Unternehmen profitieren vor allem von:

Schnellere Implementierung

Keine eigene Hardware notwendig

Dennoch bleibt ein wichtiger Teil der Verantwortung bestehen.

Insbesondere gilt:

Das Management der Daten und Zugriffe liegt weiterhin im Unternehmen

Fachwissen und interne Ressourcen sind weiterhin erforderlich

Zusammengefasst reduziert die Public Cloud den Betriebsaufwand deutlich, ersetzt jedoch nicht vollständig die Verantwortung für Datenmanagement und Kontrolle.

Skalierbarkeit:
Planbarkeit vs. Flexibilität

Wie viel TB oder PB brauchen Sie in 3 Jahren? Das lässt sich in der Praxis nur grob planen. Archivdaten müssen oft mehrere Jahrzehnte aufbewahrt werden. Wachsen die Daten im Archiv, läuft der Speicherplatz schnell voll.

Ein NAS Storage kann einfach skaliert werden, indem weitere Festplatten oder ein weiteres NAS-System angeschlossen werden. Die einzelnen Komponenten bilden dann einen zentralen Storage Pool.

In der Public Cloud ist das noch einfacher. Sollte der Speicherplatz nicht ausreichen, kann per Klick ein größeres Speicherkontingent bestellt werden. Da Sie dafür nicht mehr Platz im Rechenzentrum benötigen, können Sie Speicherkapazitäten einfach hoch- oder runterskalieren.

Scale-up vc. Scale-out kurz erklärt

Scale-Up ist der Austausch durch ein leistungsstärkeres System. Scale-Out ist die Erweiterung durch zusätzliche Komponenten. NAS-Systeme setzen typischerweise auf Scale-Out, was eine schrittweise Erweiterung ermöglicht.

Sicherheit: Kontrolle vs. Auslagerung

Beim Einsatz von NAS (On-Premises) profitieren Unternehmen von einer vollständigen Kontrolle über ihre Daten sowie deren Speicherort und sind dabei nicht von Drittanbietern abhängig. Allerdings liegt die Verantwortung für Sicherheit, Compliance und Verfügbarkeit vollständig intern, was einen erhöhten Betriebsaufwand mit sich bringt.

Der entscheidende Aspekt ist hier also das Spannungsfeld zwischen maximaler Kontrolle und dem damit verbundenen administrativen Aufwand.

Im Gegensatz dazu bietet die Public Cloud eine professionelle Sicherheitsinfrastruktur, häufig ergänzt durch Zertifizierungen wie ISO 27001, und betreibt ihre Rechenzentren oft innerhalb der EU. Dennoch bestehen auch hier Risiken:

Eine absolute Garantie gegen Datenverlust gibt es nicht, und insbesondere Fehlkonfigurationen können zu erheblichen Sicherheitslücken führen.

Kosten: Investition vs. laufende Gebühren

NAS

Public Cloud

Über mehrere Jahre kann NAS wirtschaftlicher sein, abhängig vom Nutzungsszenario

Weitere Speichermedien für die Archivierung

Tapes (Speicherbänder) Eine bewährte, kostengünstige Technologie mit besonderen Eigenschaften.
HDDs (Hard Disk Drives) Ein Klassiker für große
Datenmengen.
SSDs (Solid State Drives)

Vor- und Nachteile von Tapes, HDDs und SSDs

Tapes

HDDs

Eignen sich SSDs für die Archivierung?

SSDs sind sehr performant – aber auch teuer. Für die Archivierung ist das nicht notwendig. Falls Sie freie Speicherkapazitäten haben, können Daten hier durchaus übergangsweise abgelegt werden. Langfristig lohnt sich jedoch ein kostengünstiges System mit HDDs aufzusetzen, denn auch die Datenmengen in Archivspeichern wachsen rasant.

Fazit: Gibt es das beste Speichermedium?

Ein einzelnes „bestes“ Speichermedium gibt es nicht. Die optimale Lösung hängt ab von: Datenvolumen, Zugriffshäufigkeit, Compliance-Anforderungen und Budget.

In der Praxis setzen viele Unternehmen auf hybride Archivierungsstrategien:

Moderne Alternative: On-Premises mit Cloud-Komfort

Eine zunehmend relevante Option sind On-Premises-Lösungen mit Managed Services, z. B. als Scale-Out-Cluster. Diese sind besonders interessant für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Compliance und Datensouveränität.

Diese bieten:

Mit unseren Lösungen erreichen Sie eine flexible, skalierbare und compliance-konforme Datenarchivierung

Geöffnete Tresortür mit gelbem Lichtschein im Inneren

iCAS Classic

iCAS Classic ist eine flexible Middleware für Retention Management & WORM Datenarchivierung. Die Softwarelösung lässt sich optimal in bestehende IT-Infrastrukturen integrieren. Während Sie sich um Ihr Kerngeschäft kümmern, schützt iCAS Classic zuverlässig im Hintergrund die Integrität und Verfügbarkeit Ihrer Daten.

iCAS FS

iCAS FS ist eine Scale-Out Speicherplattform für vielfältige Anwendungsfälle rund um die langfristige Datenspeicherung. Die software-basierte Plattform ist grenzenlos skalierbar und besticht mit geringen Gesamtkosten, einfacher Handhabung und hoher Flexibilität. Ob als sicherer Backup-Speicher, revisionssicheres Archiv, Sekundärspeicher oder kosteneffizienter Objektspeicher – iCAS FS erfüllt Ihre Anforderungen auf lange Sicht.

Dokument- und Ordnersymbol mit Leiterbahnen als Bild für digitale Datenerfassung

iCAS Capture

Mit iCAS Capture erweitern Sie Ihre Archivierungsstrategie um die direkte Erfassung von Daten aus den unterschiedlichsten Quellen.

Das Add-on liest relevante Informationen automatisiert aus und integriert sie nahtlos in die Shares von iCAS FS oder iCAS Classic. Die Daten sind anschließend revisionssicher verfügbar und können sicher aus den Produktivsystemen entfernt werden, was Betriebsaufwand, Speicherbedarf und Komplexität deutlich reduziert.

Digital gezeichneter Papierkorb, aus dem Dokumentsymbole herausfliegen

Special Delete Manager

In Sachen Datenschutz wird von Unternehmen ein professioneller Umgang mit personenbezogenen Daten und dem „Recht auf Löschung“ erwartet. Mit dem Special Delete Manager für iCAS haben Sie die Möglichkeit Archivdaten vor Ablauf der Aufbewahrungsfrist DSGVO-konform und einfach zu löschen.